25.04.2017
Vormaterialien werden immer teurer
Aluminium ist von Januar 2016 bis zum März 2017 um 28 Prozent teurer geworden, Kupfer um über 30 Prozent, Messing gar um 36 Prozent. Das geht aus einer Erhebung des Fachverband Schloss- und Beschlagindustrie (FVSB) hervor. Demnach stieg auch der Preis für Nickel mit +22,4 Prozent zweistellig. „Es wird für Unternehmen aufgrund der permanenten Verteuerung der wichtigsten Vormaterialien im Bereich der NE-Metalle und der verschiedensten Stahlprodukte immer schwieriger, zuverlässige Preiskalkulationen durchzuführen“ fasst Stephan Schmidt, Geschäftsführer des FVSB, die aktuelle Marktsituation zusammen und ergänzt: „Die vom Fachverband ausgewerteten Marktdaten für die wichtigsten Vormaterialien belegen dies eindrucksvoll und zeigen darüber hinaus, dass sich die Preissituation seit Anfang 2016 drastisch verschärft hat.“ Die höchste Verteuerungsrate wurde beim Zink ermittelt, wo sich der Preis innerhalb der letzten 15 Monate mit +85,9 Prozent schon fast verdoppelt hat. Dies führte zu markanten Preisanstiegen bei den für die Schloss- und Beschlagindustrie wichtigen Zinklegierungen, die für den Zinkdruckguss verwendet werden. Dadurch lässt sich die schnelle Fertigung von großen Stückzahlen unterschiedlichster Produkte realisieren, die eine hohe Maßhaltigkeit und mechanische Belastbarkeit erfordern.

„Die geringfügigen Preisrückgänge am aktuellen Rand könnten die Situation für die Materialeinkäufer temporär zwar leicht entschärfen, dürften aber noch nicht als Trendumkehr fehlinterpretiert werden“, warnt Holger Koch, stellvertretender Geschäftsführer im FVSB, und fügt hinzu: „Ein vergleichbares Preisniveau konnte bei Aluminium zuletzt im Frühjahr 2008 beobachtet werden, im Zink-Bereich nähert man sich sogar einem Zehn-Jahres-Hoch!“

Im Stahlbereich fielen die Preissteigerungen von Januar 2016 bis März 2017 noch dramatischer aus: Warmbreitband (+72,7 Prozent), kaltgewalzte Bleche (+57 Prozent), feuerverzinkte Bleche (+69 Prozent) und Grobbleche (+55,3 Prozent) verteuerten sich massiv. Kapazitätsanpassungen inländischer Produzenten und die Antidumpingmaßnahmen der EU gegenüber Importen haben maßgeblich dazu beigetragen. Händler und Einkäufer der stahlverarbeitenden Industrie versuchten mit Aufstockungen ihre Lagervorräte weiteren Preisanstiegen zu entgehen, was nur kurzfristig gelingen kann. Der Verband hält weitere Preissteigerungen für feuerverzinkte Bleche für sehr wahrscheinlich.


 
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